Wohnungsbaudebatte — FDP unterstützt Vorschläge zur Vereinfachung

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Bei der Woh­nungs­bau­de­bat­te im Gemein­de­rat am 10.05.2017 wur­de von sei­ten der Ver­wal­tung vor­ge­schla­gen, ein Ziel von jähr­lich etwa 700 neu­en Wohn­ein­hei­ten anzu­pei­len. Dafür sol­len bestehen­de Vor­ga­ben z.B. zur Anzahl von Woh­nun­gen mit min­des­tens 4 Zim­mern und die For­de­rung von 100% bar­rie­re­frei­em Woh­nen im Geschoss­woh­nungs­bau gelo­ckert wer­den, um den Wohn­bau nicht unnö­tig zu ver­teu­ern und zu erschwe­ren.

Goller-Nieberle-neu

FDP-Stadt­rä­tin Rose Gol­ler-Nie­ber­le hat in der Sit­zung die Posi­ti­on der FDP-Frak­ti­on erläu­tert:

Wir haben schon oft und inten­siv über Woh­nungs­bau in Ulm gere­det. Man kann lan­ge und breit über Details dis­ku­tie­ren, aber letzt­lich redu­ziert sich das alles auf ein ein­zi­ges Fazit: Es muss gebaut wer­den, und zwar so schnell und so viel wie mög­lich. Das ist dann auch die bes­te Miet­preis­brem­se, denn trotz aller Ver­su­che, mit staat­li­chen Ein­grif­fen und Regle­men­tie­run­gen einem oft nur gefühl­ten Miet­wu­cher ent­ge­gen­zu­wir­ken, gilt am Ende doch: Ange­bot und Nach­fra­ge bestim­men den Preis.

Wir brau­chen mehr Wohn­raum und wir wol­len, dass alle sich Woh­nen in Ulm leis­ten kön­nen. Daher soll­ten wir als Stadt alles unter­las­sen, was die­sem Ziel ent­ge­gen­steht, so gut es auch gemeint ist. Daher begrü­ßen wir, dass wir Vor­ga­ben zur Woh­nungs­grö­ße und zur Bar­rie­re­frei­heit auf ein ver­nünf­ti­ges Maß zurück­fah­ren.

Über die Lan­des­bau­ord­nung soll man sich bit­te in Stutt­gart strei­ten, wir haben hier eher das The­ma Akzep­tanz von Nach­ver­dich­tung auf der Agen­da. Ein dabei immer wie­der geäu­ßer­ter Ein­wand ist, ein Bau­vor­ha­ben wür­de sich nicht in die vor­han­de­ne Bebau­ung ein­pas­sen. Auch wenn die Inter­es­sen von Anwoh­nern natür­lich ange­mes­sen berück­sich­tigt wer­den müs­sen — ohne neue Bau­ten, die auch anders aus­se­hen als das Vor­han­de­ne, gäbe es kei­ne Stadt­ent­wick­lung. Die Innen­stadt von Ulm sieht nicht mehr aus wie vor 50 Jah­ren, und sie sah auch vor 100 Jah­ren nicht so aus wie vor 150 Jah­ren.

Stadt ist immer auch Ent­wick­lung, von der Klein­stadt zur Groß­stadt, von Pro­vinz zur Urba­ni­tät, von locke­rer Bebau­ung zu dicht bebau­ter City. Die­ser Wan­del ist manch­mal mit Schmer­zen ver­bun­den, aber er ist not­wen­dig und rich­tig.

Die FDP steht daher hin­ter dem Antrag der Ver­wal­tung und wird ihr in allen Punk­ten zustim­men.“

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