Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
seit Jahresbeginn werden Neugeborene und deren Familien in der Weststadt von Mitarbeitern der AG West besucht.
Bei der Auftaktveranstaltung am 20.3.2010 wurde das Projekt „Babytasche“ vorgestellt, das ein guter Ansatz sein kann, um Probleme in einer Familie rechtzeitig zu erkennen.
Nach einem Bericht des „Münchner Merkur“ vom 19.3.2010 besuchen Kinderkrankenschwestern der Stadt regelmäßig Familien in schwierigen Lebenslagen und stellen dabei fest, dass 20% der dort vorgefundenen Kleinkindern schweren Risiken ausgesetzt sind. Viele sind völlig vernachlässigt oder sogar misshandelt.
Wir gehen davon aus, dass solche Zustände in unserer Stadt nicht zu beklagen sind, dennoch meinen wir, dass wir, im Sinne einer Vorbeugung, rechtzeitig Familien besuchen sollten, bei denen eine Gefahr für Kinder jeder Altersstufe droht.
Wir wissen sehr wohl, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Verwaltung nicht immer in der Lage sind, kurzfristig tätig zu werden, und schlagen deswegen vor, ehrenamtlich Ärztinnen, Hebammen, Krankenschwestern, Erzieherinnen und ähnlich qualifizierte Mitbürgerinnen (besonders auch solche im Ruhestand) als Vertrauenspersonen zu gewinnen. Die Vorschriften des Datenschutzes müssen dabei beachtet werden. Die betroffenen Familien sollten die Besuche bei Problemen nicht als Kontrolle, sondern als Hilfe empfinden.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Bruno Waidmann
für die FDP Fraktion
Antwort des Oberbürgermeisters vom 21.06.2010