Evaluation der Finanzmittel für das Sanierungsgebiet „Weststadt — Soziale Stadt“

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Sehr geehr­ter Herr Ober­bür­ger­meis­ter,

in den letz­ten zehn Jah­ren wur­den in das Sanie­rungs­ge­biet „West­stadt-Sozia­le Stadt“ in Ulm über 22 Mil­lio­nen Euro aus den För­der­pro­gram­men:

  • SSP: „Stadt- und Orts­tei­le mit beson­de­rem Ent­wick­lungs­be­darf — die sozia­le Stadt“
  • EU-För­der­pro­gram­me
  • Modell­vor­ha­ben im SSP
  • IVP: Inves­ti­ti­ons­pakt

inves­tiert.

Sanie­rungs­schwer­punk­te waren:

  • Woh­nungs­mo­der­ni­sie­run­gen
  • Wohn­um­feld­ver­bes­se­run­gen
  • Schaf­fung einer neu­en Stadt­teil­mit­te
  • Umstruk­tu­rie­rung von Gewer­be­bra­chen in Geschäfts- und Wohn­la­gen
  • Qua­li­fi­zie­rungs- und Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men

Wir bit­ten um einen Bericht im zustän­di­gen Aus­schuss über eine Eva­lua­ti­on der ein­ge­setz­ten finan­zi­el­len Mit­tel.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Dr. Bru­no Waid­mann (Vor­sit­zen­der)
Rose Gol­ler-Nie­ber­le (Stellv. Vor­sit­zen­de)
Erik Wisch­mann (Stellv. Vor­sit­zen­der)


Ant­wort des Ober­bür­ger­meis­ters
vom 17.02.2011

Sehr geehr­ter Herr Stadt­rat Dr. Waid­mann,
sehr geehr­te Frau Stadt­rä­tin Gol­ler-Nie­ber­le,
sehr geehr­ter Herr Stadt­rat Wisch­mann,

Ihren Antrag vom 24. Janu­ar 2011, im zustän­di­gen Aus­schuss über eine Eva­lua­ti­on der in den letz­ten 10 Jah­ren ein­ge­setz­ten För­der­mit­tel im Sanie­rungs­ge­biet „West­stadt-Sozia­le Stadt“ zu berich­ten, möch­te ich wie folgt beant­wor­ten:

In der Stadt­sa­nie­rung Ulm wur­de bis­her in kei­nem Gebiet eine Eva­lu­ie­rung im Sin­ne von Bewer­tung der ein­ge­setz­ten Mit­tel vor­ge­nom­men, da die posi­ti­ven Ergeb­nis­se offen­sicht­lich waren, vor allem städ­te­bau­lich und stadt­räum­lich durch Moder­ni­sie­rung und Neu­bau von Gebäu­den sowie die Gestal­tung des öffent­li­chen Rau­mes. Damit ver­bes­sert sich meist auch die Bewoh­ner­struk­tur, so dass eine nach­hal­ti­ge Auf­wer­tung des Gebie­tes ein­ge­lei­tet wer­den kann.

Zudem ist wis­sen­schaft­lich erwie­sen, dass über die ein­ge­setz­ten öffent­li­chen För­der­mit­tel hin­aus, ein Mehr­fa­ches an pri­va­ten Inves­ti­tio­nen aus­ge­löst wird, die neben dem Quar­tier auch dem hei­mi­schen Hand­werk und der regio­na­len Wirt­schaft zu Gute kom­men.

Das Gesetz sieht nur eine Eva­lu­ie­rung der För­der­pro­gram­me auf Bun­des­ebe­ne im Beneh­men mit den Län­dern vor. Die Arbeit wird vom Bun­des­in­sti­tut für Bau-, Stadt- und Raum­for­schung und sog. Trans­fer­stel­len geleis­tet, die ent­spre­chen­de Ver­öf­fent­li­chun­gen her­aus­ge­ben. Zu die­sem Zweck wer­den in Kurz­form jähr­li­che Sach­stands­be­rich­te und sog. elek­tro­ni­sche Begleit­in­for­ma­tio­nen abge­fragt, die aller­dings nur gro­be Daten erhe­ben. Dies hat den Hin­ter­grund, dass die Kom­mu­nen so wenig wie mög­lich mit der Eva­lu­ie­rung belas­tet wer­den sol­len.
Zum Abschluss der Sanie­rung wer­den im Rah­men der Abrech­nung eines Sanie­rungs­ge­bie­tes inter­ne Berich­te für das Regie­rungs­prä­si­di­um Tübin­gen erstellt. Dar­über hin­aus konn­ten bis­her vor allem aus Kos­ten- und Kapa­zi­täts­grün­den nur in gerin­gem Maße umfang­rei­che­re Doku­men­ta­tio­nen ange­fer­tigt wer­den, wie z.B. zum Sanie­rungs­ge­biet „Auf dem Kreuz“ und an läss­lich des . 25-jäh­ri­gen Bestehens der Sanie­rungs­treu­hand Ulm GmbH.

Da aber im Sanie­rungs­ge­biet West­stadt erst­ma­lig das damals neue Städ­te­bau­för­der­pro­gramm „Sozia­le Stadt“ zum Ein­satz gekom­men ist, das im beson­de­ren Maße sozi­al­räum­li­che Pro­blem­la­gen, inves­ti­ve und sozia­le Pro­jek­te, wie eine weit­ge­hen­de Mit­tel­bün­de­lung im Fokus hat­te, wur­de ent­schie­den, den 10-Jäh­ri­gen För­der­zeit­raum zu doku­men­tie­ren.

Die Doku­men­ta­ti­on, die auch eine Bewer­tung des Sanie­rungs­pro­zes­ses und der Pro­jek­te dar­stellt, umfasst den Anlass, die Grund­la­gen, die bau­li­chen und sozia­len Maß­nah­men, eine Zusam­men­stel­lung aller För­der­mit­tel und eine Refle­xi­on der Ergeb­nis­se mit Fazit und Aus­blick. Im Aus­blick wird auch fest­ge­stellt, dass der öffent­li­che Raum noch einer deut­li­chen Auf­wer­tung bedarf, wes­halb für eine zwei­te För­der­pe­ri­ode erneut Mit­tel bean­tragt wur­den.

Anbei über­mitt­le ich Ihnen ein paar Exem­pla­re der Doku­men­ta­ti­on.

Zudem fand am 9. Juli 2010 im Stadt­haus ein Fach­ge­spräch statt, zu dem alle Frak­tio­nen ein­ge­la­den waren. Es ver­folg­te das Ziel der Bewer­tung mit allen betei­lig­ten Akteu­ren und ist durch­wegs auf posi­ti­ve Reso­nanz gesto­ßen. Wesent­li­che Ergeb­nis­se, die dabei her­aus­ge­ar­bei­tet wur­den, sind neben den sicht­ba­ren städ­te­bau­li­chen Erfol­gen und der deut­li­chen Stär­kung des Gemein­we­sens
- der Erfolg der „guten Part­ner­schaf­ten“ unter den Akteu­ren,- die Ver­ste­ti­gung modell­haft erprob­ter Inhal­te und- die Impul­se für Struk­tu­ren und Pro­zes­se in Ulm.

Eine geson­der­te Doku­men­ta­ti­on über das Fach­ge­spräch gibt es nicht.

Aller­dings wur­den, wie 2008 vom Gemein­de­rat beschlos­sen, die sog. (sozia­len) Modell­vor­ha­ben einer Eva­lua­ti­on durch die Hoch­schu­le Neu-Ulm unter­zo­gen, deren Ergeb­nis­se nun im Ent­wurf vor­lie­gen und vor­aus­sicht­lich im zwei­ten Quar­tal 2011 in einer gemein­sa­men Sit­zung der Fach­be­reichs­aus­schüs­se für Stadt­ent­wick­lung, Bau und Umwelt bzw. Bil­dung und Sozia­les vor­ge­stellt wer­den.

Ich den­ke, dass die­se Zusam­men­schau aus Doku­men­ta­ti­on, Fach­ge­spräch und Eva­lua­ti­on der Modell­vor­ha­ben die Ergeb­nis­se der Stadt­tei­ler­neue­rung in der West­stadt aus­rei­chend bewer­tet und wider­spie­gelt, so dass ich eine wei­ter­ge­hen­de Aus­wer­tung und einen Bericht über die Modell­vor­ha­ben hin­aus im Aus­schuss nicht für erfor­der­lich hal­te.

Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Ivo Gön­ner


Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:

  • Süd­west Pres­se, 31.01.11: Eva­lua­ti­on im Wes­ten (nicht online)

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